Das Wetter in Daxstein im August 2019

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Witterungsbericht August 2019
 für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 

Der abschließende dritte Sommermonat bot die wenigsten Wärmeexzesse der heurigen warmen Jahreszeit.
Im Bayerwald gemahnten die ersten zwei Wochen eher an den kommenden Herbst, schon immer wieder gab es Nebel in Daxstein (allein 10 Nebeltage bis zum 14.8.!) und nur 6 Tage des Zeitraums bis zum 16.8. waren übernormal temperiert – der kühlste Abschnitt dieses Sommers! Auffällig im August waren die milden Nächte im Vergleich zu den eher niedrigen Maxima tagsüber, was an der eher zähen Bewölkung lag (5,1 Achtel). Trotzdem gelang es 2019, den bisher wärmsten aller Sommer seit 1891, den von 2003, um 0,1 K zu übertrumpfen (18,7 gegen 18,6°C!); und 2019 war damit genau 3,0 K wärmer als das 30-jährige Mittel. Die Sommerregenmenge lag bei 252 mm (das sind 67 % des Mittels oder 127 mm zu wenig).

 

Die Niederschläge waren meist defizitär, aber doch regional sehr unterschiedlich. Am wenigsten:

 

Stallwang                     47 mm
Eiserszell                     58
Regen                          63

Taiding                         63

Wiesenfelden                64

Bogen                          64

Dann aber auch über 100 mm:

Kringell                         106

Viechtach                     112

Klingenbrunn/Bhf.          116

Pemfling                       120

St. Englmar                  127

 

Im Münchner Raum war die Spreizung z.T. noch größer, aber auf insgesamt höherem Niveau:

 

Puch                            76 mm
Oberschleißheim           80
Nandlstadt                    82

Grub                            84

Großberghofen  86

Größere Gebiete deutlich mehr:

Egling/Isar                    127

Oberpframmern 128

Geretsried                    156

Obersöchering   157

 

 

An einzelnen Stationen im Osten war es extrem trocken: Potsdam 12 und Doberlug-Kirchhain nur 8 mm. Am trockensten in Potsdam war der August 1944 mit 9,4 mm (ab 1877), in Doberlug-Kirchhain war erst letztes Jahr das absolute Minimum mit 7,4 mm festgestellt worden (ab 1891).
In einem Bereich Mecklenburg-Vorpommern bis nach Sachsen handelte es sich bei 2019 um den wärmsten Sommer aller Beobachtungsreihen. In Bayern schafften nur einzelne Orte ganz im Osten dieses Kunststück, u.a. Daxstein. Dazu eine kleine Übersicht:

 

 

Sommermitteltemperatur in °C
2003
2015
2018
2019
Angermünde
19,1
18,6
19,9
20,3
Lindenberg
19,9
19,6
20,6
20,9
Görlitz
19,6
19,4
20,1
20,3
DD-Klotzsche
20,2
19,7
20,5
20,9
Hof
18,7
17,9
18,4
18,8
Regensburg
21,4
20,4
20,4
20,5
Fürstenzell
20,5
20,2
19,7
20,1
Daxstein
18,6
17,9
18,4
18,7

 

 

Interessant, dass Hof auf 567 m fast identische Sommertemperaturen zu haben scheint wie Daxstein.
In Waldhäuser, auch eine Hanglage wie Daxstein, allerdings über 200 m höher gelegen (945 m), blieb 2019 geringfügig unter dem Werte von 2003 (17,4 gegen 17,2°C).
Weiter nach Osten, z.B. an der Säkularstation in Kremsmünster in Oberösterreich, schloss 2019 gleich deutlich höher ab als 2003/2015, wie folgende Grafik klar zeigt:

 

 

2003 und 2015  hatte dort der Sommer 21,0, im letzten Jahr 20,8 und heuer dann gleich 21,7°C! Nur 1811 konnte da mit 20,6° noch einigermaßen mithalten. Am kältesten schnitt der Sommer von 1840 ab, mit lediglich 14,7°C, 7 K kälter als 2019!
Aber auch 1956 erlebte Mitteleuropa einen selten kalten und unfreundlichen Augustmonat, wie ein Auszug aus dem Weltwetterbericht der NOAA zeigt:

 

Stellvertretend sei die Wetterkarte vom 14.8.1956 wiedergegeben – was gäbe es heute für ein Geschrei, wenn wir derartiges Sommerwetter gehabt hätten.

W. Webersinke, Sept. 2019

Manuskriptabschluss 17.9.2019

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