Witterungsbericht März 2019 für D, A und CH

In Uncategorized by Marco Ringel0 Comments

Der vergangene März bot wieder reichlich interessante Wetterlagen mit kritischen Auswirkungen, besonders im Bayerwald, im Alpenvorland war es
vor allem der starke Wind in der ersten Monatshälfte, der auffällig war.

Dieses Mal zeigte sich vor allem beim Niederschlag eine sehr konträre Bilanz zwischen Oberbayern und dem Bayerischen Wald. In dem ostbayerischen Mittelgebirge fielen in der ersten Monatshälfte deutlich übernormale Niederschlagsmengen. Überall wurde das Soll, oft deutlich, überschritten. Unter 100 mm blieben nur der nördliche Teil (insbesondere das Regental)
sowie Gebiete unmittelbar an der Donau:

Viechtach                    75 mm

Bogen                         76 

Teisnach                     76

Passau                       77

Regen                         79

Zell-Mattenzell             83

Metten                        93

Der Hintere Wald (eigentlich Böhmerwald) war zwar auch zu feucht, aber nicht besonders stark (Waldhäuser nur 132, Buchenau 158, Philippsreut 165, Finsterau 171,5, etwas mehr Haidmühle 183 mm). Über 200 mm kommen nur im Bereich des Lallinger Winkels, des Sonnenwalds bis hinüber nach Saldenburg und um Duschlberg/Nähe Dreisessel vor:

Entschenreuth                         210 mm           188 %

Duschlberg                              214                 162

Schöfweg                                217                 203

Daxstein                                 222                 166

Einengewichtigen Anteil daran hatte der starke Dauerregen am 15. März. 

So sah die Regengrafik von Entschenreuth bis zum 16.3. morgens aus (Landesamt für Umwelt Bayern):

In der folgenden Übersicht zeige ich Tageswerte vom 15.3. in Zusammenhang mit früheren großen Märztagesmengen (als „Anhängsel“ noch die beiden größten Tagesmengen aus dem Schwarzwald):

Starkniederschläge
15.3.2019
Ort
RR-Wert
Rekord
bis dahin
Tag
Beob.
ab
Schöfweg
91,0
mm
74,0
mm
20.03.2002
1921
Entschenreuth
79,1
77,4
20.03.2002
1951
Daxstein
74,6
103,7
30.03.2000
1895
79,1
20.03.2002
Grafling
70,8
69,8
20.03.2002
1926
Schönberg/Ndb.
64,2
66,0
31.03.1943
1904
65,2
30.03.2000
Lalling
61,5
81,4
30.03.2000
1913
71,3
20.02.2002
Waldkirchen/DWD
59,7
53,6
20.02.2002
1921
Finsterau
58,7
71,6
20.03.2002
1909
87
unbekannt
Tittling
53,1
75,5
20.03.2002
1917
Klafferstrass
55,6
46,8
30.03.2000
1931
Sonnen
53,3
59,6
20.03.2002
1912
Duschlberg
55,2

keine Werte verfügbar
1922
Baiersbronn-Mitteltal
89,2
Baiersbronn-Ruhestein
85,6

Und so wirkt die Grafik der 24-Stunden-Niederschläge aus der Perspektive der bearbeiteten DWD-Karte aus dem Kachelmannwetter:

Die in der Tabelle fett-rot markierten Mengen sind Höchstwerte für März seit Beobachtungsbeginn. Die knapp 104 mm in Daxstein am 30.3.2000 sind einer extremen Südstaulage zu verdanken, die sich in einem katastrophalen Schneefall im Daxsteiner Trichter äußerte (90 cm Neuschneezuwachs innert 24 Stunden).

Im Übrigen gab es in diesem März öfter sehr kräftige Staulagen, die dazu führten, dass im nur 5 km Luftlinie entfernten Taiding (bei Schöllnach) mit 104 mm Monatsmenge extrem viel weniger als in Daxstein gemessen wurde. Eine Schneedecke lag an der Donau nur an einem Tag (Metten am 1. 4 cm), in höheren Lagen immer länger (Grainet 10, Sonnen 14, St. Englmar und Daxstein 18, Finsterau 29 und Philippsreut sowie Waldhäuser 31 Tage).

Im Großraum München hingegen war es mit Mengen von 30 bis 65 mm überall zu trocken.

Dafür wehte oft ein starker oder sogar stürmischer Wind (München-Harthof stark an 16 Tagen). Die Alpen waren von München aus an 17 Tagen zu sehen. Eine Schneedecke lag an einigen Orten am 12. (Oberpframmern 4 cm). Nur Holzkirchen hatte wegen der hohen Februardecke noch 4 solcher Tage.

Vor 100 Jahren kam es in Oberbayern Ende März/Anfang April 1919 zu einem großen Nassschneefall-Ereignis:

In München ging am 30.3. nach Mitternacht der Regen in Schnee über (30. morgens 8 cm Schneedecke) und hielt bis zum frühen Morgen des 31. an, Schneedecke dann 27 cm (Hohenpeißenberg bereits 55 cm). Gegen halb fünf am Nachmittag setzte erneut Schneefall ein, der dann unvermindert bis zum Vormittag des 2.4. dauerte. Die Schneehöhen von 7 Uhr an der Gabelsbergerstr. waren:

1.4.     40 cm

2.4.     50        (Fürstenfeldbruck         58 cm)

3.4.     42        (Hohenpeißenberg        68 cm)

4.4.     27

5.4.     15

6.4.     8 cm

Niemals zuvor und danach wurden diese 50 cm in München im April erreicht (die Schneehöhenmessungen begannen in München im Herbst 1886).

Auf der anderen Seite der Erde erlebte die französische Insel La Réunion den heißesten März seiner Geschichte (die mit dieser Reihe 1968 beginnt):

Wolfgang Webersinke, Manuskriptabschluss: 

Leave a Comment