Witterungsbericht Januar 2019 für D, A und CH

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Zunächst soll ein kurzer Überblick über den vergangenen Monat hauptsächlich dem Niederschlag und dem Schnee gewidmet sein. Temperaturmäßig war ja wenig Besonderes vorgekommen.

Im Bayerwald war es praktisch überall zu kalt (Tallagen 6 bis 7 Eistage, in höheren Lagen rasch zunehmend: Waldhäuser 23 Eistage) bei niedrigem Monatshöchstwert (Daxstein + 2,8°C, Waldhäuser + 1,1°C). Die reichlichen Niederschläge fielen ab etwa 700 m oft als Schnee und brachten am 8., 9.1. sowie am 12., 13.1. Starkniederschläge, die fast durchweg als Nassschnee herniedergingen und vor allem in Lagen von 700 bis 1000 m eine nie dagewesene Schneebruchkatastrophe auslösten: unzählige Bäume und Baumwipfel blockierten die Straßen und legten den Verkehr lahm (viele Fichten brachen ab, ebenso Birken und Weiden, teilweise auch Buchen). Daxstein etwa war vom 13.1 nachmittags bis zum 14.1. nachmittags auf dem Straßenweg nicht erreichbar, die Straße nach Simmetsreut wurde gar erst am 16.1. wieder frei gegeben. Ein paar Fotos aus Daxstein vom 13. und 14.1. zeigen die Lage:

Vom 8. auf den 9.1.2019 fielen 40 cm Neuschnee (der größte Neuschneezuwachs in Daxstein im Januar war vom 2. auf den 3.1.1981 mit 46 cm), am 13.1. morgens waren es 25 cm, am 14.1. 10 cm, wobei da auch zeitweise kräftiger (Schnee-)Regen beigemischt war und die Lage verschlimmerte. Insgesamt summierte sich die Neuschneesumme auf 180 cm, was im außerordentlichen Bereich liegt (1995 hatte ich 188 und 1986 160 cm gemessen). Auf der Rusel waren es 1968 155 cm (Klimareihe ab 1953). Beispiellos war allerdings das Jahr 1905 mit folgendem Schneezuwachs  auf der Rusel/Forsthaus:

3.1.1905 31 cm

4.1.1905 37

5.1.1905 48

6.1.1905 78

7.1.1905 148 cm!

In zwei Tagen müssen annähernd 100 cm Schnee gefallen sein.

Ähnlich schlimm war es am 4.1.1967, als Schöfweg 45, Rohrstetten 42 und die Rusel 40 cm Neuschneezuwachs maßen (Gesamt 5.1.1967: Schöfweg 142, Rusel 152 und Waldhäuser 200 cm Schnee). Noch höher lag der Schnee am 2.1.1941 (das meiste fiel allerdings schon im Dezember 1940!) mit 210 cm in Waldhäuser und 230 cm in Philippsreut.

Waldhäuser meldete heuer eine Neuschneesumme von 214 cm (1986 waren es 240 und 1981 282 cm) bei einer größten Höhe von 103 cm; Philippsreut maß sogar 240 cm Neuschnee.

Abschließend zeigt eine Grafik, wie unterschiedlich hoch der Schnee lag: in Metten an der Donau konnte man sich die Mengen im Bayerwald gar nicht so recht vorstellen,  n Waldkirchen war es schon Einiges mehr und in Lindberg-Buchenau wurden deutlich über 100 cm erreicht:

Zum Schluss noch die markantesten Niederschlagssummen des Januar 2019:

 

RR-Menge
des Januar 2019
Max.
Schneehöhe
Waldhäuser
159
mm
103
cm
Metten
170
26
Eging-Rohrbachholz
173
Klafferstraß
177
78
Waldkirchen/DWD
179
Zwiesel
180
62
Lalling
180
Tittling
192
90
Klingenbrunn/Bhf.
192
Bischofsreut
196
119
Daxstein
197
95
Unterfrohnstetten
204
St.Oswald-Riedlhütte
208
107
Philippsreut
216
119
St.
Englmar
217
Wegscheid
217
72
Buchenau
250
110
Grafling
261
Neureichenau-Duschlberg
312
150

Die Messstelle in Buchenau hatte aber schon in 7 Jahren im Januar mehr gehabt (maximal 393 mm im Jahr 1976; Beob. seit 1891). Für Metten belegt 2019 den 4. Platz in der seit 1879 lückenlos und unverändert am selben Ort (Benediktinerkloster) gelegenen Beobachtungsstelle (1983 187, 2012 183, 1948 181 mm).

Für München und das Umland war der Januar ebenfalls deutlich zu nass, mit den größten Mengen im südlichen Bereich. Dabei wurden dort auch die bedeutendsten Schneemengen registriert. Zunächst eine Liste mit den Niederschlagsmengen:

RR-Menge
des Januar 2019
Max.
Schneehöhe
Oberschleißheim
76
mm
28
cm
Altomünster-Maisbrunn
83
19
Forstinning-Moos
86
32
München-Harthof
88
25
München-Neuhausen
88
25
Unterschleißheim
90
Grünwald
90
München-Giesing
99
Assling/EBE
102
Attenkam
109
52
Laufzorn
111
58
München-Kirchtrudering
115
30
Ebersberg
116
50
Krailling
130
42
Frauenneuharting/EBE
135
Deisenhofen
136
Oberpframmern
158
52
Starnberg
159
51
Geretsried
188
63
Holzkirchen
203
82

Die Neuschneesumme lag im Stadtbereich meist bei gut 60 cm (Oberschleißheim 58, Kirchtrudering 61 und Harthof 63 cm) und steigerte sich nach Süden hin deutlich:

Ebersberg 89, Attenkam 92, Starnberg 101, Laufzorn 109, Oberpframmern 117, Egling/Isar 140 und Holzkirchen 179 cm.

Nach den Beobachtungen von München-Harthof kam es zweimal zu Wintergewittern: am 2.1. um 16.05 Uhr und am 14.1. um 14.35 und 15.20 Uhr (lauter Donnerschlag), jeweils (klassisch) von  Reifgraupeln begleitet. Nebel gab es überhaupt keinen, dafür 9 Tage mit Alpensicht.

Wolfgang Webersinke; Manuskriptabschluss 10.2.2019

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