Witterungsbericht November 2018 für D, A und CH

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Witterungsbericht November 2018 für D, A und CH

Was soll man sagen? Der November war zu mild, zu sonnig und teilweise deutlich zu trocken. 2018 ist überall in Mitteleuropa auf dem reellen Wege zum wärmsten aller Jahre zu werden.

Im Bayerischen Wald gilt für die überdurchschnittlichen Temperaturen, den Sonnenschein und den Niederschlag das oben Gesagte. Ein paar Sonnenscheinstunden zeigen das beispielhaft:

Entschenreuth             92   Std.

Lalling                         103 

Haidmühle                   107

Waldhäuser                 132

Gr.Arber                     149

Vom maximalen Sonnenschein des November 2011 waren wir aber weit entfernt (z.B. Waldhäuser 181 Stunden).

Beim Niederschlag, der ab dem 18.11. häufig als Schneeregen oder Schnee fiel, waren es teilweise weniger als 20 mm (Weiding/Kr. Cham 15, Viechtach 18, St. Oswald und Stallwang 19, Röhrnbach und Waldkirchen je 20 mm), im Höchstfall über 40 mm: Wegscheid 42, Schöfweg 43 und Duschlberg 50 mm. 

An bis zu 10 Tagen konnte sich bereits eine Schneedecke bilden, die größte Höhe am 27.11. hatte diesmal Schöfweg mit 20 cm (nicht 28 cm, wie der DWD fälschlicherweise meldete).

Im Großraum München war alles ganz ähnlich gelagert (mild, sonnig, zu trocken). Beim Niederschlag ebenfalls die Minima um die 20 mm (Andechs 19, Schäftlarn 21 und Feldkirchen-Westerham 22 mm), dagegen die Höchstsummen nicht über 40 mm (Neufahrn 37 mm). Auch hier an bis zu 6 Tagen eine geschlossene Schneedecke (erster Schneefall in München am 18.11.) – die automatische Messung am Wetteramt ergab lediglich einen einzigen Tag mit 2 cm; kaum erwähnenswert, dass das natürlich nur automatischer Unsinn war…). Wie ein Wetterdienst so viele Werte gegen die Wand fährt, nur weil er eigensinnig glaubt, dass automatische Messungen von sich aus richtig sind, bleibt dessen Geheimnis. An traditionell geführten Stationen ergaben sich bis zu 11 cm Neuschnee (Oberschleißheim und Holzkirchen). 

Vereinzelt fiel in Deutschland besonders wenig Niederschlag, wie etwa in Gardelegen mit 2,3 mm, was zusammen mit 1892 den dritten Platz in der seit 1871 bestehenden (und nicht unterbrochenen) Reihe bedeutet. Das rechtfertigt eine grafische Aufbereitung.

1930 hält dort das Novembermaximum mit 121 mm.

In der Schweiz hatte Altdorf mit 2,6 mm die zweitgeringste Novembersumme nach 2011 (0,0 mm, Beobachtungsbeginn 1864). 

Weit entfernt auf der französischen Antilleninsel Guadeloupe war das glatte Gegenteil der Fall: noch nie in einem November ergossen sich sagenhafte 1006 mm über dem Ort Saint Anne auf Grand Terre; eine Karte zeigt die geografisch-meteorologische Situation:

Eine Radaranalyse für die Niederschläge der ersten 20 November-Tage zeigt folgendes Bild:

Ebenfalls von Météo France stammt eine NOAA-Übernahme, die die andauernde Blockierung in Europa durch fennoskandische Hochdrucklagen im Jahr 2018 nachdrücklich in Erinnerung ruft:

Zum Schluss beginne ich mit einem Rückblick auf den sehr milden Dezember 1868, der nunmehr genau 150 Jahre zurück liegt. In meinem nächsten Bericht steht München im Zentrum, diesmal richte ich den Blick auf Paris und die Beobachtungen im Observatoire (unter Le Verrier). Damals erreichte die Mitteltemperatur 8,7°C. In der seit 1675 bestehenden Reihe waren nur 1806 (8,6°) und 1681 (8,8°) ähnlich mild gewesen, erst 1974 kam in die Nähe (mit 8,5°), bis dann 2015 mit 10,1°C ganz andere Grenzen setzte.

Immerhin sind der 5.12.1868 (mit 15,8°) und der 6.12. mit 16,3°C Maximum die Tagesrekordhalter seit dem späten 17. Jahrhundert. 1868 hatte einen einzigen zarten Frosttag am 1.12. mit – 0,1°C!

Deshalb nun die täglichen Temperaturextreme dieses Dezember 1868 in der Grafik:

Quellen: Daten von DWD, MeteoSchweiz, Météo France und eigene Unterlagen.

Wolfgang Webersinke, 15.12.2018

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