Witterungsbericht Oktober 2018 für D, A und CH

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Witterungsbericht Oktober 2018 für D, A und CH

Nichts Neues von der Witterungsfront: zu warm, zu sonnig, zu trocken.

Im Bayerischen Wald reichte die Mitteltemperatur von 11,6°C in Lalling bis 6,9°C auf dem Gr. Arber. Das sind durchweg gut 2 K wärmer als der Durchschnitt 1981 bis 2010. Nur an der Donau gab es zwei Sommertage (Donau), Frost blieb in den warmen Hanglagen (Daxstein) aus, sonst nur in den bekannten Frostlöchern (Zwiesel 4, Kirchberg 7, Haidmühle 17 Tage). Die Sonne schien bis zu 181 Stunden (Lalling). Beim Niederschlag gab es zwar Defizite, aber nicht so schlimm wie andernorts in Deutschland:

Einerseits 35 mm und weniger:

Bogen 35 mm

Röhrnbach   35

Pemfling      34

Büchlberg    29

Dann auch über 60 mm: 

Klingenbrunn/Bhf.   62,5

St.Englmar            63

Grafling                 65

Unterfrohnstetten   67

Duschlberg            70

Im Raum München reichte die Mitteltemperatur von 12,2°C an der Münchner Theresienstr. (Neuhausen 11,5°) bis zu 9,9°C in Laufzorn. Sommertage waren häufiger an bis zu 3 Tagen (Theresienstr.) zu finden. Frost gab es nur außerhalb des Stadtzentrums an bis zu 4 Tagen (Holzkirchen). Die Sonne zeigte sich an bis zu 187 Stunden (Attenkam). Der Niederschlag war ähnlich wie im Bayerwald verteilt:

Unter 40 mm:

Scheyern                39

Schrobenhausen     38

Unterföhring            36

Dorfen                    32

München/Englsch.  31

Bis über 50 mm:

Obersöchering       51

Egling                   54

Weniger erfreulich ist es, dass eine Reihe von Stationen wieder Lücken aufweisen, so dass am Ende des Jahres doch bei nicht wenigen keine verlässlichen Jahreswerte gebildet werden können (u.a. Finsing, Fahrenzhausen).

Der Zeitraum April bis einschließlich Oktober ist in allen alten Datenreihen (z.B. Hohenpeißenberg seit 1781) der wärmste seit Messbeginn (dort z.B. 14,6°C, alter Höchstwert 13,5° im Jahr 1947). Eine geplante Grafik konnte nicht realisiert werden, da Excel mir nur Schrott produzierte, indem er auf der y-Achse statt der tatsächlichen Werte immer nur Zahlenwerte von 0,0 bis 1,0 anzeigt…).

Weiter im Westen kam es zum Monatsende (28.-30.10.) zu bemerkenswert kräftigen Schneefällen:

Liart/Ardennen     12 cm

Saint-Etienne      17

Aurillac                9

Puy-en-Velay      12

Segur/Aveyron    17

Château-Chinon  18

Arosa                72

Disentis            55

Für Saint-Etienne und Arosa waren das die größten je gemessenen Oktoberschneehöhen.

Während der der Raum nördlich der Alpen weiterhin viel zu trocken blieb (Worms/DWD 3,6 und Worms-Leiselheim 3,4 mm), gab es südlich der Alpen durch eine Süd-Staulage extreme Regenfälle:

In Segl-Maria/CH fiel mit 225 mm die höchste Dreitagessumme seit Messbeginn 1864.

Savognin/CH registrierte eine Dreitagessumme von 213 mm. Das ist nur unbedeutend weniger als der Rekordwert von 214 mm vom November 2002.

In Dellach im Drautal kamen vom 27. bis 30. Oktober 345 Millimeter Regen zusammen.

In Kötschach-Mauthen (K, 722 m) fielen von Samstag 27.10.2018 7 Uhr bis 30.10.2018 7 Uhr 441 mm Regen. Der bisherige Rekord lag bei 373 mm binnen 72 Stunden.

Le Luc in der Provence hatte im Oktober satte 553 mm Niederschlag!

Die Niederschlagskarte Frankreichs für den Oktober zeigt die riesigen Unterschiede beim Niederschlag überdeutlich:

Zeitgleich erreichte der Föhnorkan beachtliche Werte:

Gütsch (2283 m ü.M.) oberhalb Andermatt 213 km/h

Piz Martegnas (2670 m ü.M.) bei Savognin 181 km/h 

Gornergrat (3129 m ü.M.) bei Zermatt 168 km/h 

Elm im Glarnerland 130 km/h

Während um die Monatsmitte bis zu 7 Sommertage in Deutschland (und anderswo) den Sommer noch einmal ahnen ließen (7 Sommertage in Düsseldorf, 6 in Wahn, Châteauroux am 14.10. 29,5°C), registrierte man in Südfrankreich in La Souterraine als Tagesmaximum am 29. gerade mal 3,2°C.

Übrigens gab es in Paris-Montsouris dieses Jahr 98 Sommertage, das sind 11 mehr als im bisherigen Rekordjahr 1947.

Die Niederschlagskarte der Modellzentrale spiegelt die Trockenheit des Oktober 2018 wider.

http://www.superzelle.de/radar2/rad_sf_large_month_curr.png

Die große Wärme hielt auch in den ersten zwei Wochen des November an, wie die Mitteltemperatur von Bourg-St-Maurice in Frankreich zeigt: Tm 11,6 (+ 5 K!).

Bei den Maxima wurden in Frankreich sogar Rekordwerte erreicht:

Montmélian/Savoie: 24,3°C

Albertville/Savoie     23,4

Dôle/Jura                21,4

Ein Bild von MeteoSchweiz vom 13.10. soll diese kurze Monatsbeschreibung abschließen:

Wolfgang Webersinke, 15.11.2018

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