Witterungsbericht September 2018 für D, A und CH

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Witterungsbericht Juli 2018 für D, A und CH

In bald ewiger Gleichheit war auch der September 2018 warm, oft zu trocken und sonnenscheinreich, aber wenigstens mit einem kühleren Zwischenspiel in der dritten Dekade, das sofort als Rekordereignis deklariert wurde, was aber natürlich gar nicht stimmte.

Im Bayerischen Wald war es im Schnitt 2 K zu warm gegenüber dem Mittel 1981 bis 2010, es wurden bis zu 8 Sommertage erreicht (Lalling). Ab dem 26.9. kam es zu den ersten Nachtfrösten in 2 m Höhe, aber nur in den ohnehin dafür anfälligen Tallagen: Haidmühle maß am 26. – 7,4, Kirchberg – 4,1°C bei in Haidmühle insgesamt 7, Kirchberg 4 Frosttagen. Nur 5 Tage vorher überschritt die Temperatur vielerorts noch einmal die 25-Grad-Marke. Die Sonne blieb generös (229 Stunden in Lalling). Beim Niederschlag lagen Gebiete mit Defiziten inselartig verteilt über dem Bayerwald:

Lalling                         60 mm (69 %)

Daxstein                      73        (73 %)

Neukirchen/Hl.Blut       59        (75 %)

Schöfweg                    68        (80 %)

Größere Areale waren deutlich überdurchschnittlich (dort gab/gibt es eine Steinpilzschwemme):

Finsterau                     126 mm (122 %)

Wegscheid                  124         (133 %)

Regen                         109         (142 %)

U.griesbach-Glotzing    125         (145 %)

Passau-Maierhof          120         (179 %)

Am 3.9. fielen in Finsterau 69,1 mm, das ist für den September immerhinder zweithöchste Tageswert seit Beobachtungsbeginn 1909 (Rekord: 80,5 mm 15.9.1998). Für den Großraum München waren die Verhältnisse nicht fundamental anders, außer dass es insgesamt mehr regnete als im Bayerwald:

RR
September 2018
Flughafen
Erd.Moos
71
mm
Neufahrn
80
Unterschleißheim
98
ÖBZ/Englschalking
98
München-Harthof
110
135 %
Unterföhring
111
138 %
Oberschleißheim
115
153 %
München/Wetteramt
118
München-Kirchtrudering
118,5
132 %
München-Untermenzing
122
Deisenhofen
127
141 %
Forstinning
128
168 %
Laufzorn
132
München/Dt.
Museum
133
Grünwald
134
München-Giesing
138

Die höchsten Mengen kamen damit aus dem Zentrum und dem südlichen Umland von München. Unter 100 mm blieben es im nördlichen Umland (Fahrenzhausen 69, Schrobenhausen 60, Scheyern 58 mm). Nun zu den Nachtfrösten ab dem 26.9.2018. Dazu eine kleine Tabelle mit den Tiefstwerten von heuer und den wirklichen Septemberrekorden:

Tiefsttemperaturen
September 2018 in °C
Rekord
Tag
Köln/Bonn/Flgf.

0,3

1,3 
16.09.1971
Göttingen

1,2

2,4
18.09.1959
Plauen

1,5

2,9
19./20.9.1904
Bamberg

2,3

2,5
16.09.1889
Nürnberg/Flgf.

0,6

3,5
29.09.1939
Weiden

1,4

3,1
24.09.1948
Zwiesel

2,8
zu
kurze Reihe
Flughafen
München

1,2

3,9
27.09.1877
Oberstdorf

1,9

7,0
26.09.1906

Nur in Bamberg sind wir in die Nähe des Allzeitrekords gekommen, sonst bei Weitem nicht. Allerdings sind 4 Frosttage in Bamberg (je 3 in Zwiesel und im Erdinger Moos) schon einer Erwähnung wert. Auch am Semmering in Niederösterreich hatte es am 26.9.2018 – 2,7°C gegeben, bislang war 1939 mit – 2,2° das Maß der Dinge. Bezeichnend war erneut der vorherrschend hohe Luftdruck, wie auch es die entsprechende Monatskarte von Météo France zeigt:

Aus der Schweiz wurden für den 26.9. (genau der Morgen mit den tiefen Temperaturen) extrem hohe Barometerstände gemeldet:

In Sion erreichte der Stationsdruck 977.8 hPa, in Genf 986.6 hPa und in Neuenburg 978.2 hPa. Der bisherige September-Höchstwert betrug in Sion 975.3 hPa (28.9.2016), in Genf 983.2 hPa (28.9.2016) und in Neuenburg 975.4 hPa (30.9.1945). Für Sion/Sitten (18,7°C) wurde 2018 der wärmste September seit mindestens 1864. Auf dem Jungfraujoch konnte am 11.9.2018 mit 10,8°C der absolute September-Höchstwert gemessen werden. Auch aus Frankreich kamen neue Monatsrekorde der Temperatur:

Bourg-St-Maurice                     18,6°C

Socoa/Pyrénees-Atlant.            21,2

Toulouse                                 21,7

Ajaccio                                   22,5

Nice                                        23,1

Dazu noch Sommertage in so großer Zahl wie nie im September: 20 in Bourg-Saint-Maurice, 21 in Ambérieu, 26 in Toulouse und 29 in Nîmes.

Auf dem 2880 m hohen Pic-du-Midi in den Pyrenäen hatte es vom 14.6. bis zum 1.10.2018 keinen einzigen Frosttag gegeben (108 Tage). Das ist in der Länge seit 1878 (Beobachtungsbeginn) noch nie vorgekommen.

Nachfolgend ein Bild von dort oben:

Über etwa drei Vierteln des französischen Mutterlands fielen weniger als 25 % des normalen Septemberniederschlags:

Marignane im Süden hatte gar keinen Regen, Béziers nur 0,2 mm, Cap Ferret 2,9 und Générargues nur 3 mm – allesamt Rekordminima.

Zurück nach Deutschland mit einer aktuellen Auflistung der Sommertage und der heißen Tage dieses denkwürdigen Jahres 2018 bis einschließlich 17.10.:

Zahl der
Sommertage und heißen Tage 2018 bis 17.10.2018
Sommertage 
Heiße
Tage
2003
München/Stadt
87
16
88/31
München/Flughafen
74
14
82/27
Nürnberg/Flughafen
99
31
85/30
Regensburg
105
41
91/41
Rosenheim
94
20
85/26
Entschenreuth
75
14
75/26
Simbach/Inn
91
25
90/33
Straubing
88
24
87/26
Würzburg
105
36
90/31
Aldersbach
100
35
98/31
Bamberg
96
34
88/31
Grainet-Rehberg
53
5
57/10
Kahl/Main
110
40
97/28
Kitzingen
114
51
100/46
Metten
94
31
92/28
Mannheim
109
42
103/42
Müllheim
107
33
Stuttgart-Echterdingen
85
22
90/23
Baden-Baden
96
22
Berlin-Dahlem
85
28
64/20
Berlin-Tempelhof
88
31
Cottbus
98
32
Lindenberg
81
28
Potsdam
96
33
Bremen
78
22
48/9
Hamburg-Fuhlsbüttel
64
19
Bad
Nauheim
105
43
Darmstadt
106
51
Frankfurt/Stadt
108
42
Frankfurt/Flughafen
108
43
96/31
Geisenheim
103
32
Offenbach
106
40
Göttingen
82
28
Hannover/Flughafen
78
22
Bochum
81
17
Duisburg
92
27
Kleve
84
15
Köln-Stammheim
99
27
Greven
83
20
Tönisvorst
96
22
Bad
Dürkheim
103
35
Bad
Kreuznach
108
38
Trier-Zewen
96
24
Worms
103
32
Perl-Nennig
91
24
Dresden/Flughafen
77
28
Dresden-Hosterwitz
88
33
Dresden-Strehlen
94
39
Görlitz
79
26
Leipzig-Schkeuditz
85
29
Bernburg
113
42
66/28
Gardelegen
92
33
Wittenberg
96
33
Magdeburg
94
29
Artern
91
37
Jena
102
37
78/32

Nur im äußersten Süden reichte es 2018 nicht zum Rekord, z.B. um München und im Bayerischen Wald. Ansonsten und vor allem nach Norden zu kamen unglaubliche Sommertagszahlen zustande. Kitzingen scheint mit
114 den Vogel abgeschossen zu haben, dicht gefolgt von Bernburg/Saale mit 113.

Wolfgang Webersinke

Manuskriptabschluss:17.10.2018

Quellen:Monatsberichte von Météo France, der ZAMG, des DWD u.a. mehr

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